Ad-hoc-Meldungen 2007

27.09.2007

KBA und Cerutti treffen Vereinbarung für Rollentiefdruck

Der Druckmaschinenbauer Koenig & Bauer AG (KBA) in Würzburg und der italienische Hersteller Officine Meccaniche Giovanni Cerutti S.p.A. in Casale Monferrato haben vertraglich vereinbart, dass Cerutti von KBA das Segment Rollentiefdruckmaschinen für den Publikations- und Dekordruck inklusive aller geistigen Eigentumsrechte (Know-how, Konstruktionsunterlagen und Patente) übernimmt. Über die Kaufsumme wurde Stillschweigen vereinbart. Im Gegenzug wird KBA die Konstruktion und Herstellung von Falzapparaten für alle neuen Cerutti-Tiefdruckrotationen übernehmen. Auch der After-Sales-Service für alle bisher verkauften KBA-Tiefdruckrotationen wird weiterhin von Koenig & Bauer ausgeführt. 

Von dem Übereinkommen erwarten sich beide Unternehmen eine Optimierung und Verbesserung der Entwicklungs-, Projektierungs- und Herstellungsprozesse mit entsprechenden Synergieeffekten. Zusätzlich sieht man in der Bündelung der Ressourcen Vorteile für die Tiefdruckanwender, die aufgrund der Entwicklung bei anderen Druckverfahren und den elektronischen Medien unter einem starken Wettbewerbsdruck stehen. 

Der Aufsichtsrat der Koenig & Bauer AG hat bereits der Vereinbarung mehrheitlich zugestimmt. Der Verkauf des seit einiger Zeit von einer schwachen Nachfrage geprägten Tiefdruck-Geschäfts an Cerutti wird am KBA-Standort Frankenthal/Pfalz zu einer entsprechenden Personalanpassung führen. Darüber hinaus ist, wie vom KBA-Vorstandsvorsitzenden Albrecht Bolza-Schünemann bereits im Halbjahresbericht der börsennotierten AG Mitte August angekündigt, angesichts der seit nunmehr eineinhalb Jahren anhaltenden Investitionszurückhaltung der Zeitungsindustrie auch an den fränkischen Standorten für Zeitungsdruckmaschinen eine Neuausrichtung der Kapazitäten erforderlich. Die vom Vorstand ausgearbeiteten Szenarien zur Kapazitätsanpassung und Ertragssicherung sollen zunächst mit den zuständigen Arbeitnehmergremien diskutiert werden, bevor konkrete Zahlen veröffentlicht werden. An seiner Prognose, die für das Geschäftsjahr 2007 trotz des Nachfragerückgangs im Anlagenbau einen Konzernumsatz und ein Vorsteuerergebnis in Vorjahreshöhe beinhaltet, hält der KBA-Vorstand aktuell weiter fest.

19.06.2007

Verhaltene Nachfrage bei Großanlagen trübt die positive Geschäftsentwicklung

Anlässlich der 82. ordentlichen Hauptversammlung des Druckmaschinenherstellers Koenig & Bauer AG (KBA) im Congress Centrum Würzburg bekräftigte der Vorstandsvorsitzende Albrecht Bolza-Schünemann für das laufende Geschäftsjahr seine Prognose von Ende März. Sie sieht für 2007 einen Konzernumsatz in der Größenordnung von 1,7 Mrd. € und ein Vorsteuerergebnis auf ähnlichem Niveau wie im Vorjahr (2006: 47,4 Mio. €) vor. Trotz der seit etwa einem Jahr erkennbaren geringeren Investitionsneigung bei Großanlagen für die Zeitungs- und Tiefdruckindustrie übertraf der Auftragseingang im Konzern in den ersten fünf Monaten des laufenden Geschäftsjahres aufgrund der weiter stabilen Nachfrage bei Bogenoffset- und Sondermaschinen den Vorjahreswert um gut 70 Mio. €. Der Umsatz lag in diesem Zeitraum ebenfalls über dem Vorjahr. Entsprechend rechnet der KBA-Vorstand für das erste Halbjahr 2007 mit einem positiven Ergebnis. Exakte Zahlen werden erst im Halbjahresbericht am 14. August veröffentlicht.

Bei Bogenoffsetmaschinen sichert der Auftragsvorlauf die Kapazitätsauslastung bereits bis ins vierte Quartal 2007. Dagegen reicht der gegenüber dem Vorjahr auch aufgrund hoher Auslieferungen deutlich gesunkene Auftragsbestand bei Zeitungs- und Tiefdruckmaschinen nach den Worten des Vorstandsvorsitzenden Albrecht Bolza-Schünemann nicht für die kontinuierliche Vollauslastung der Kapazitäten an den Standorten Würzburg, Trennfeld und Frankenthal/Pfalz im zweiten Halbjahr aus. Auch jüngste Bestellungen von Zeitungs- und Akzidenzanlagen werden aufgrund der im Anlagenbau üblichen Durchlaufzeiten in der Fertigung und Montage nicht sofort beschäftigungswirksam. 

Nach der bereits erfolgten Rückführung der Fremdvergabe, dem Abbau von Leiharbeitskräften und der internen Verlagerung von Fertigungsaufträgen wurde deshalb ab 1. Juli 2007 für Teilbereiche in den genannten Werken Kurzarbeit beantragt. Die derzeit abschätzbaren zusätzlichen Kostenbelastungen aufgrund der geringeren Auslastung im Rollenbereich sind bereits bei der Ertragsprognose für 2007 berücksichtigt. 

Vorstandsvorsitzender Albrecht Bolza-Schünemann: „Die weitgehend vollzogene Umstellung der Tageszeitung in Europa und Nordamerika auf den Vierfarbendruck und die demografische Entwicklung in vielen hoch entwickelten Ländern belasten das Investitionsverhalten der Zeitungsbranche. Es ist noch nicht abschließend zu beurteilen, ob es sich um einen Zyklus – wie zuletzt vor sechs Jahren –, eine vorübergehende Abwartehaltung aufgrund des aktuellen Umbruchs am Medienmarkt oder einen nicht umkehrbaren, längerfristigen Trend handelt. Sollte sich die letztgenannte Variante weiter manifestieren, werden wir an einer Verschlankung und noch stärkeren Fokussierung der Produktionswerke für Rollenmaschinen auf die Kernkomponenten nicht vorbeikommen.“ Konkrete Maßnahmen oder Zahlen wollte er aber noch nicht nennen.

15.05.2007

Guter Start ins Geschäftsjahr 2007

Der Auftragseingang des Druckmaschinenherstellers Koenig & Bauer AG (KBA) war im ersten Quartal 2007 auf Konzernebene trotz der aktuell verhaltenen Nachfrage bei Großanlagen für den Zeitungs- und Illustrationstiefdruck mit 350,9 Mio. € um 3,0 % höher als im Vorjahr (2006: 340,6 Mio. €). Mit einem Plus von 7,3 % legte der Geschäftsbereich Rollen- und Sondermaschinen auf 180,2 Mio. € (2006: 167,9 Mio. €) zu, was allerdings vor allem aus der weiter recht lebhaften Nachfrage bei Sondermaschinen resultiert. Im Segment Bogenoffsetmaschinen erreichten die Bestellungen mit 170,7 Mio. € in etwa das Vorjahresniveau (2006: 172,7 Mio. €). Der Konzernumsatz in den ersten drei Monaten 2007 überstieg mit 414,2 Mio. € das Vorjahresquartal (2006: 309,4 Mio. €) um beachtliche 33,9 %. Durch die stark gestiegenen Auslieferungen von Akzidenz- und Wertpapierdruckmaschinen nahm der Segmentumsatz bei Rollen- und Sondermaschinen von 146,7 Mio. € auf 257,6 Mio. € überdurchschnittlich zu. Der Umsatz mit Bogenoffsetmaschinen blieb mit 156,6 Mio. € (2006: 162,7 Mio. €) im ersten Quartal noch hinter der Jahresplanung zurück. 

Durch den starken Umsatzanstieg reduzierte sich der Auftragsbestand im Konzern zum 31. März auf 885,4 Mio. € (2006: 1.072,1 Mio. €). Im eher kurzfristigen Geschäft mit Bogenoffsetmaschinen sichert der recht hohe Auftragsbestand von 319,5 Mio. € (2006: 321,7 Mio. €) die Auslastung der Werke in Radebeul und Tschechien bereits bis in die zweite Jahreshälfte hinein. Dagegen wird es im zweiten Halbjahr angesichts der im Geschäftsbereich Rollen- und Sondermaschinen mit 565,9 Mio. € (2006: 750,4 Mio. €) nicht mehr so gut mit großen Zeitungs- und Tiefdruckanlagen gefüllten Auftragsbücher zu einer deutlich geringeren Auslastung der westdeutschen Produktionswerke kommen.  

Durch den starken Umsatzzuwachs und Verbesserungen auf der Kostenseite erhöhten sich im Berichtszeitraum das Betriebsergebnis auf 13,5 Mio. € (1. Quartal 2006: –6,5 Mio. €) und das Periodenergebnis auf 9,3 Mio. € (2006: –5,3 Mio. €). Das Ergebnis je Aktie erreichte 57 Cent gegenüber –33 Cent im Vorjahr. 

Im Ausblick bestätigt der KBA-Vorstand seine Prognose von Ende März, die für das Geschäftsjahr 2007 wiederum einen Konzernumsatz in der Größenordnung von 1,7 Mrd. € und ein Vorsteuerergebnis auf ähnlichem Niveau wie im Vorjahr (2006: 47,4 Mio. €) vorsieht.

29.03.2007

Koenig & Bauer AG: Umsatz und Ergebnis in 2006 deutlich gestiegen

Im Berichtsjahr konnte KBA den Umsatz um 7,5 % auf 1.741,9 Mio. € (2005: 1.621,0 Mio. €) steigern, was einen neuen Höchstwert in der 189-jährigen Firmengeschichte bedeutet. Der Auftragseingang lag mit 1.649,7 Mio. € zwar zweistellig über dem des drupa-Jahres 2004, war aber um 6,7 % niedriger als im Rekord-Vorjahr (2005: 1.768,9 Mio. €). Der Vorstandsvorsitzende Albrecht Bolza-Schünemann begründet dies mit der geringeren Zahl der von der Zeitungs- und Tiefdruckindustrie vergebenen Großaufträge. Bei gestiegenen Auslieferungen verringerte sich der Auftragsbestand zum Jahresende 2006 auf 948,7 Mio. € (2005: 1.040,9 Mio. €). Aufgrund der hohen Auslastung aller Werke und der Restrukturierungserfolge im Segment Rollendruckmaschinen konnte KBA 2006 das Betriebsergebnis im Konzern auf 46,2 Mio. € gegenüber 33,3 Mio. € im Vorjahr verbessern. Das Ergebnis vor Steuern (EBT) erreichte bei einem leicht positiven Finanzergebnis 47,4 Mio. € (2005: 25,8 Mio. €). Der Jahresüberschuss lag bei 34,3 Mio. € (2005: 18,5 Mio. €). Somit errechnet sich ein anteiliges Ergebnis je Aktie von 2,11 € (2005: 1,14 €). Bei einer gegenüber 2005 nochmals leicht auf 82,7 % gestiegenen Exportquote (2005: 81,9 %) haben der gegenüber Yen, US-Dollar und Schweizer Franken starke Euro, gestiegene Stahl- und Energiepreise sowie höhere Tariflöhne die Ertragskraft im intensiven internationalen Wettbewerb belastet. Kosteneinsparungen und Produktivitätsgewinne wurden dadurch zum Teil aufgezehrt. Vorstand und Aufsichtsrat wollen der am 19. Juni in Würzburg tagenden Hauptversammlung für das Geschäftsjahr 2006 eine Dividendenerhöhung auf 0,50 € je Stammaktie nach 0,40 € im Vorjahr vorschlagen. Bei einem Bilanzgewinn der Muttergesellschaft Koenig & Bauer AG von 16,1 Mio. € (2005: 6,5 Mio. €) sollen 8,2 Mio. € ausgeschüttet und 7,9 Mio. € thesauriert werden. Für 2007 erwartet der KBA-Vorstand trotz etwas geringerer Umsätze mit Großanlagen einen Konzernumsatz und ein Vorsteuerergebnis in ähnlicher Größenordnung wie 2006.